Montag, 5. November 2012

Der Angriff...



SIRUMALAI GEBIRGE in PANDYA (INDIEN)
Montag, 02.11.1187

Meine Füße tun mir so weh! Wir versinken im modrigen schlammigen Grund – der starke Regen macht unsere Aufgabe sicherlich nicht leichter! Der Nebel wird dichter. Die kleinen Bäche haben einen trüben Braunton angenommen, sodass man nicht erblicken kann, was einen erwartet wenn man die Füße darin eintaucht. Vorsichtig kämpfen wir uns durch das schwere Gelände - müssen auf Wurzeln aufpassen, also ob die riesigen Banyan-Bäume, stellvertretend für Shiva, uns am Voranschreiten hindern wollten. Unser Blick wird trüb, unsere Gedanken stumpf. Der erdige moosige Geruch dringt in unsere Nasen. Wann erreichen wir unser Ziel? Existiert es überhaupt? Oder haben wir uns das Licht nur eingebildet. Kann es sein, dass wir alle nur einen kollektiven Traum gehabt haben? Nein! So etwas gibt es nicht!
            Bharat und Sudhir wurden plötzlich unruhig – sie schauten nervös um sich herum. Mein Vater und ich folgten den Blicken der Beiden, konnten aber nichts erkennen im Dickicht aus Büschen und Farn. Trotzdem hat mich das Gefühl übermannt, dass wir hier nicht alleine sind, das uns irgendjemand oder irgendetwas beobachtet. Wir blieben einen Wimpernschlag regungslos stehen – es war so, als wäre die Zeit kurzweilig angehalten worden. Keine tropfen fielen mehr auf unsere durchnässten Häupter, kein Vogel hat uns mit seinem Gesang unterhalten, nicht ein Laut war zu hören – es war Totenstill.
            Dann plötzlich, wie aus dem nichts, ertönte ein lautes Fauchen hinter uns. Mit einem einzigen Satz schoss ein schwarz-rot-goldenes Ding und hat meinen Vater hinterrücks zu Boden gerissen. Die beiden Feiglinge von Hilfsarbeitern sind schreiend weggelaufen – „Der Dämon! Der Dämon!“ haben sie gerufen. Nur ich bin geblieben – mein erster Gedanke: ‚Lauf weg so schnell Du kannst Vinay!‘ Ich würde es sicherlich machen, wenn ich‘s könnte – doch es ging nicht, ich blieb wie erstarrt stehen - meine Füße zitterten unkontrolliert. Die Angst hatte mich fest in ihrer Gewalt.
            Dann blickte ich auf meinen Vater, der verzweifelt mit dem Dämon gerungen hat. Doch…es war kein Dämon! Es war ein …Königstiger! Ohne darüber nachzudenken griff ich nach dem Dolch, den mir damals mein Großvater geschenkt hat. Ich stürzte mich schreiend auf den Tiger und stach zu…wie oft und wie lange? Ich weiß es nicht mehr! Ich weiß nur eins – er ließ ab und ging leblos zu Boden. Der Dschungel hat seine Seele wieder aufgenommen und ließ seinen wuchtigen Körper zurück.
            Mein Vater lag eine gefühlte Ewigkeit regungslos am Boden – seine Schulter war voller Blut. Dann sah ich, dass er atmet und sich langsam bewegt. Ein Stein von der Größe des Himalaya Gebirges fiel mir blitzartig vom Herzen! Ich umarmte Ihn und er mich. Zum Glück hat der leichte Brustpanzer schlimmeres verhindert und der Tiger sich nicht im Kopf oder Hals verbissen. Die tatsächlichen Verletzungen waren nur ein Klacks im Vergleich zu dem, was hätte passieren können.
            „Was machen wir mit ihm“ fragte ich, nachdem die Aufregung abgeklungen ist.
            „Er ist zu schön um ihn hier zurückzulassen, mein Sohn“ sprach er und zog seinen Dolch aus der Scheide…

Sonntag, 4. November 2012

Die Legende von Vinay - Leseprobe

Der Prolog meines neuen Buches "Die Legende von Vinay" wurde soeben online gestellt. Ich werde wahrscheinlich die ersten 2-3 Kapitel demnächst uploaden. Viel Spaß beim Lesen!

Julius

Samstag, 3. November 2012

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Freitag, 2. November 2012

Endlose Suche



SIRUMALAI GEBIRGE in PANDYA (INDIEN)
Sonntag, 01.11.1187

            Die Suche nach dem geheimnisvollen Licht hat den ganzen Tag gedauert und blieb erfolglos. Mein Vater will trotzdem nicht aufgeben.
            Dabei ist heute Allerheiligen – ich muss an meinen verstorben Großvater Pankratius denken. Er ruht in meiner Heimat. Ich vermisse Euch beide…

Donnerstag, 1. November 2012

Das geheimnisvolle Licht


SIRUMALAI GEBIRGE in PANDYA (INDIEN)
Samstag, 31.10.1187

Der Tag hat nichts gebracht! Na ja, ein  Paar Kristalle – wunderschön aber unbrauchbar. Es gäbe eigentlich nichts zu berichten, wenn nicht dieses geheimnisvolle Licht den Nachthimmel erleuchtet hätte, während alle beim Lagerfeuer saßen. Mein Vater, unsere Helfer und ich selber, wir konnten nicht aus dem Staunen kommen. Was war das bloß? Die Arbeiter haben Angst und haben bereits die Rückreise angebrochen. Sie meinen, das sei der Zorn der Götter. Nur Bharat und Sudhir sind noch geblieben. Mein Vater will, dass wir noch vor dem Sonnenaufgang aufbrechen und die Stelle suchen an dem das Licht aufgekommen ist. Das wird bestimmt aufregend!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Geschichte des Ral-Khul Anhänger

SIRUMALAI GEBIRGE in PANDYA (INDIEN)


Freitag, 30.10.1187

Es war eine anstrengende Reise und die Suche war nicht weniger Kraftraubend. Das ist auch einer der Gründe, warum ich gestern nicht dazu gekommen bin etwas zu schreiben – ich bin Todmüde in meinem Zelt eingeschlafen. Weder der strömende Regen noch die allgegenwärtigen Insekten konnten diesen Schlaf stören.
            Auch der heutige Tag war nicht besser, doch ich helfe meinem Vater gerne bei der Suche nach dem Metall, das er so viele Jahre sucht. Er ist überzeugt es hier zu finden – im Sirumalai Gebirge. Es soll durch den unterirdischen Druck seltene Erze und Mineralien in greifbare Nähe befördert haben. Einen besseren Ort gibt es kaum für unser Unterfangen.
            Warum das Ganze? Mein alter Herr hat vor vielen Jahren einem indischen Händler den Anhänger abgekauft, der angeblich Ral-Khul gehört hat. Dieser war ein Feldherr im Pandya-Reich. Die Form dieses Anhängers war banal - er hatte vielmehr spirituelle Bedeutung. Das Metall war aber von einer schönen Farbe, sodass mein Vater daraus einen Ring für meine Mutter herstellen wollte. Der Juwelier konnte es jedoch nicht einschmelzen. Daraufhin hat der Schmied von Zakluczyn versucht es mit seinen kräftigsten Hieben zu deformieren – nicht einen Kratzer konnte er darauf hinterlassen. Dabei war das Material so leicht wie die Feder eines Seeadlers. Mein Vater ist der Ansicht daraus das perfekte Schwert herstellen zu können – dieses würde ganze Schlachten entscheiden. Ungelöst bleibt nach wie vor das Problem, wie man das Erz verarbeiten soll wenn man es findet. Doch wenn der Anhänger des Ral-Khul gefertigt werden konnte, wird man auch dieses Problem eines Tages lösen können.
            Schade nur, dass weder der Fund von Vorgestern ein Treffer war noch die aktuelle Suche von Erfolg gekrönt wurde. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Suche nicht vergebens ist…

Sonntag, 28. Oktober 2012

Ein neuer Eintrag...

im Tagebuch von Vinay konnte rekonstruiert werden.